Mathematikdidaktisches Kolloquium
30.04.2026
Von den Teilen zum Ganzen - von empirischen Grundlagen bis zur Entwicklung einer digitalen Lernumgebung zur Förderung des Teil-Ganze Verständnisses
Caroline Marx,
Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Uhrzeit: 16:30,
Raum E28
Das Teil-Ganze-Verständnis ist ein zentraler Entwicklungsschritt im mathematischen Anfangsunterricht und Grundlage für weiterführende arithmetische Kompetenzen. Der Vortrag fragt, welche theoretisch und empirisch fundierten Gestaltungsprinzipien für digitale Lernumgebungen geeignet sind, um dieses Verständnis systematisch zu fördern. Zunächst werden empirische Grundlagen aus Sicht der Lernenden, der Lehrkräfte und der digitalen Medien vorgestellt. Drei Studien zeigen, welche Bedeutung das Teil-Ganze-Verständnis für frühe Lernprozesse hat, welche Bedingungen den Medieneinsatz beeinflussen und inwiefern aktuelle Apps passende Lerngelegenheiten bieten. Daraus wird der Bedarf abgeleitet, digitale Umgebungen zu entwickeln, die dieses Verständnis gezielt unterstützen. Anschließend wird ein erster App-Prototyp beschrieben, der auf einem Design-Thinking-Ansatz basiert. Erste Evaluationen im Prä-Post-Design liefern Hinweise auf Wirksamkeit und Implikationen für die Weiterentwicklung. Eine abschließende Synthese bündelt die Perspektiven und leitet zentrale Gestaltungsprinzipien ab.
28.05.2026
Mir wurde so oft in Mathe gesagt: Das ist falsch, dass ich irgendwann dachte, ich sei falsch. Die Scham von Grundschullehramtsstudierenden im Fach Mathematik
Prof. Dr. habil. Lars Meyer-Jenßen,
HMU Health and Medical University Erfurt
Uhrzeit: 16:30,
Raum E28
Scham ist eine unangenehme aktivierende Emotion, die eng mit dem Selbst verbunden ist und in sozialen Kontexten erlebt wird. Das Lehramtsstudium stellt einen derartigen sozialen Kontext dar, in dem Studierende beispielsweise gemeinsam mit Kommiliton:in-nen an Projekten arbeiten, Vorträge halten oder sich anderweitig in Leistungssituationen sozial exponieren müssen. Studien zeigen, dass Lernende vor allem im Fach Mathema-tik Scham erleben, weil sie den Eindruck haben, dass das Risiko eines Misserfolgs, z.B. bei der Bearbeitung einer Problemlöseaufgabe, hoch und dieser Misserfolg auf man-gelnde Begabung zurückzuführen sei. Der Vortrag
thematisiert Scham in Mathematik speziell bei Grundschullehramtsstudierenden und geht dabei vor allem auf Möglichkeiten der Erfassung sowie auf Prädiktoren und Effekte der Scham ein. Es wird ein Einblick in ein aktuell laufendes DFG-Projekt gegeben, in dem die Entwicklung der Scham während des Praxissemesters untersucht wird. Mögliche Interventionsmöglichkeiten für Dozie-rende werden vorgestellt.
18.06.2026
KI in Schule, Hochschule und Forschung: Einblicke in ausgewählte mathematikdidaktische Projekte
Prof. Dr. Katrin Rolka und Dr. Michael Kallweit,
Ruhr-Universität Bochum
Uhrzeit: 16:30,
Raum E28
KI eröffnet neue Möglichkeiten für Lehren, Lernen und Forschen und gewinnt damit auch
für die Mathematikdidaktik zunehmend an Bedeutung. Der Vortrag gibt Einblicke in ausgewählte
Projekte der Arbeitsgruppe "Didaktik der Mathematik" der Ruhr-Universität Bochum
zum Einsatz von KI. Die vorgestellten Vorhaben fokussieren verschiedene Settings
beim Mathematiklernen in Schule und Hochschule, beispielsweise einen Chatbot
für Modellierungsaufgaben, eine App zur interessenbezogenen Anpassung von Sachaufgabenkontexten
oder KI-generiertes Feedback in digitalen Mathematikaufgaben.
Darüber hinaus werden Einsatzmöglichkeiten von KI bei der Unterstützung mathematikdidaktischer
Forschung präsentiert, beispielsweise ein Tool zur Analyse von Laut-Denk-
Protokollen. Anhand der vorgestellten Projekte werden Möglichkeiten und Grenzen von
KI in der Mathematikdidaktik diskutiert.
02.07.2026
KI-Einsatz im Mathematikunterricht der Grundschule - Promptingprozesse von ein- und mehrsprachigen Lernenden
JProf. Dr. Taha Kuzu,
Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd
Uhrzeit: 16:30,
Raum E28
Im Vortrag mit dem Titel "KI-Einsatz im Mathematikunterricht der Grundschule -
Promptingprozesse von ein- und mehrsprachigen Lernenden" geht es um qualitativ-rekonstruktive Einblicke in eine Design-based Research Studie, in dessen Rahmen eine Lehr-Lernumgebung zur Förderung von a) mathematischen Problemlösekompetenzen im Rahmen von Fermi-Aufgaben sowie b) KI-Kompetenzen auf Basis eines didaktisch
reduzierten Prompt-Engineering Trainings entwickelt wurde. Im Vortrag werden einerseits Hintergründe des KI-Einsatzes in didaktischen Kontexten beleuchtet, andererseits Promptingprozesse von ein- und mehrsprachigen Lernenden thematisiert, um so Rückschlüsse auf Gelingensbedingungen des KI-Einsatzes in didaktischen Lehr-Lehrkontexten zu ziehen.
16.07.2026
Evidenzgestützte Qualitätsentwicklung im Schulsystem - Transferprozesse gelingend gestalten
Dr. Veronika Manitius,
Qualitäts- und UnterstützungsAgentur Landesinstitut für Schule
Uhrzeit: 16:30,
Raum E28
Evidenzgestützte Qualitätsentwicklung gilt als Schlüssel für nachhaltige Schulentwicklung - doch wie gelingt der Transfer von Forschung in die Praxis wirklich? Zwischen Daten, Konzepten und Klassenzimmer liegen oft große Hürden: fehlende Zeit, Kompetenzdefizite, unklare Zuständigkeiten oder mangelnde Anschlussfähigkeit. Im Vortrag werden Verständnisweisen von Transfer im Schulbereich und Gelingensbedingungen für erfolgreiche Transferprozesse beleuchtet. Dabei werden auch beispielhafte Strategien und Beispiele skizziert und Einblick in die Arbeit von QUA-LiS NRW gegeben.
Übersicht der Kolloquien